Wie viel Arbeit steht dir gut?

„Harte Arbeit macht sich bezahlt!“ „Man muss viel arbeiten, um etwas zu erreichen!“Deine Gedanken sind allmächtig. Du kannst ein ganzes Leben damit verbringen, an einen dieser Gedanken zu glauben und zu rackern, ohne dich einmal zu gefragt zu haben:
Wie sehe ich das eigentlich?

Im Stillen? Wenn kein anderer da wäre? Wenn keiner eine Erwartung hätte?

Wie viel Arbeit tut mir gut?!

Weitere Glaubenssätze sind:

„Das Leben besteht aus Arbeit!“

„Du musst fleißig sein, wenn aus dir etwas werden soll!“

„Das Leben ist kein Ponyhof!“

Wir alle sind mit diesen Gedanken und Vorstellungen, die mit Arbeit in unserer modernen Gesellschaft verbunden sind, groß geworden.

Verstehe mich jetzt nicht falsch. Deine Arbeit macht dir Spaß und du gehst gerne hin und arbeitest gerne viel. Toll. Dann hast du sicher deine Berufung gefunden und liebst es. Sicherlich hast du auch die Erfahrung gemacht, dass sich harte Arbeit bezahlt macht und dass man etwas erreicht, wenn man fleißig ist. Natürlich. Du hast ja auch daran geglaubt.

Dein Glaube formt deine Welt.

Worauf ich dich aufmerksam machen möchte ist:

Was willst du – nur du und du und du allein?

Ich erlebe immer wieder wie Menschen bei diesem Thema mit sich hadern. Es ist, als stünden alle ihre Glaubenssätze auf der einen und alle Gefühle auf der anderen Seite.

„Ich würde gerne weniger arbeiten, aber dann verdiene ich nicht mehr so viel Geld!“

Gefühl: ich will frei sein / Glaubenssatz: Nur wer viel arbeitet, verdient auch viel Geld.

„Ich würde gerne eine Auszeit nehmen, aber dann finde ich vielleicht keinen Job mehr!“

Gefühl: ich will mehr leben / Glaubenssatz: Ich finde keinen Job mehr.

„Ich bin es so leid, jeden Tag dasselbe! Aber wenn ich kündige, was dann?“

Gefühl: der Job erfüllt mich nicht / Glaubenssatz: Sicherheit ist gut.

Ich erlebe auch Leute, die alles erreicht haben, was sie wollten und plötzlich unglücklich damit sind. Auf dem Gipfel sacken sie zusammen und wissen nicht, warum sie sich ihre Wanderstiefel einst angezogen hatten. Ich erlebe eine Freundin, die sagt: „Ich bin nicht belastbar und das kotzt mich an!“ Sie will belastbarer sein, aber für wen?

Es ist nicht so schwer, wie du denkst. Es ist leicht.

Wir sind alle in dieser Gesellschaft groß geworden, die uns lehrt, dass wir einen guten Job haben müssen, der uns genug Geld bringt. Sicherheit ist ein großes Thema, genauso wie Ansehen und Geld. Hier sind viele Dinge und Themen versteckt. Aber lass’ uns für den Moment bei dir und deinem Anspruch an dich selbst bleiben.

Stelle dir mal vor, es wäre keiner da, dem du genügen musst. Keine Erwartungen von Mama und Papa – kein Chef, der Dinge abverlangt – und stelle dir vor, es gäbe kein Geld.

Schließe ruhig mal die Augen oder überlege es dir vorm Zubettgehen:

Wie viel würdest du arbeiten?

Die Antwort kann durchaus sein: genauso viel wie jetzt. Montag bis Freitag. 9 bis 17 Uhr.

Der Chef sagt, was ich machen soll. Dann gehe ich wieder und habe Zeit für mich.

Das Einkommen ist sicher. Mein Job macht mir Spaß. Mehr brauche ich nicht.

Folge nicht dem Trend. Folge deinem Herzen.

sonne frau wiese

Hier geht es nicht darum, was trendy ist – wie Auszeiten nehmen oder selbstständig sein. Hier geht es darum, was du wirklich willst. An was du glaubst und wie viel du arbeiten möchtest.

Manche Leute begegnen mir mit diesem: Wow, Manu, ich beneide dich um deinen Freiraum. Du kannst dir deine Arbeit selbst einteilen. Yes. Und ich kann das auch verdammt gut. Könntest du das auch? Oder würdest du dich langweilen? Vielleicht ist es wichtig, dass du jemanden hast, der dir Aufgaben und Vorgaben gibt. Selbstständig sein klingt immer sehr verführerisch, aber Hand aufs Herz: wäre es etwas für dich?

Beim bewussten Leben geht es immer darum deine Glaubenssätze zu hinterfragen und zu checken, was wirklich wichtig für dich ist.

Es kann auch sein, dass du stets über deine Arbeit meckerst, weil du denkst, du hättest etwas besseres oder anderes machen sollen. Vielleicht gefällt dir aber ganz gut, was du tust und alles, was dich aufhält, ist dein dich ständiges Messen und Vergleichen mit dem Rest.

Schäle dich wie eine Zwiebel.

Ziehe die Schichten ab, die nicht zu dir passen.

Das können Lebensmodelle oder nur stressige Gedanken sein.

Wie du dich schälen kannst

Tipp 1

Schreibe alles auf, was dir zum Thema einfällt. Frei von Vorstellungen und Gedanken.

Schreibe dir von der Seele, was du dabei fühlst – als würdest du bei einem Priester im Kabuff sitzen. Nur er hört dir zu. Lasse es fließen. Werde wütend und sauer dabei. Erlaube dir die Emotionen rauszulassen, die du zu deiner Arbeit hast. Entdecke dich.

Lies dir alles erst am nächsten Tag noch einmal durch. So als würdest du einen Brief von von einem Freund lesen. Staune, was du zu sagen hast.

Tipp2

Nimm dir einen Notizblock mit auf die Arbeit. Schreibe darin auf, was dich im Alltag stört. Es sind vielleicht Situationen oder Gespräche, die ungesund für dich sind, die dich unfreundlich und launisch werden lassen. Diesen Situationen kannst du dich entziehen.

notizblock

Tipp3

Schreibe jeden Morgen nach dem Aufstehen auf, was du heute am liebsten tun würdest. Frei von Geld, Macht, Status. Tue so, als gäbe es nur dich und keinen für den du Verantwortung übernehmen musst. Schreibe auf: was möchte ich heute machen? Wonach ist mir? Blätter sofort die Seite um, um am nächsten Morgen wieder aufzuschreiben, was du tun möchtest, ohne dich von deinem Gestern beeinflussen zu lassen.Mache das für 10 Tage. Dann schau, welche Gemeinsamkeiten es gibt und was du über dich lernen kannst.

Noch was zum Thema GELD

Wenn das Geld der einzige Grund ist, warum du in deinem Job bleibst, läuft etwas falsch.

Sorry.

Das kann ich nicht schöner sagen.

Geld sollte bei deiner Überlegung, WIE VIEL Arbeit dir gut tut zunächst gar keine Rolle spielen.

Es bringt dich von deinen wahren Wünschen weg, weil du stets mit dem Sicherheitsgedanken beschäftigt bist.

Der kann so stark sein, dass du dein Wohlbefinden, deine Gesundheit und deinen Sinn im Leben komplett ignorierst.

Heute lassen wir das Thema Geld mal außen vor – finde heraus: wie viel Arbeit steht dir gut?

Damit hast du erst einmal genug zu tun.

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Kommentare:

4 thoughts on “Wie viel Arbeit steht dir gut?”

  1. Niklas sagt:

    Ja, richtiger Ansatz. Ich glaube das ist die Aufgabe unserer und der kommenden Generationen. Die Arbeit um das Leben bauen und nicht umgekehrt. Die Frage „wie möchte ich Leben?“ steht vor der Frage nach Einkommen. Natürlich müssen dann beide irgendwie zusammenfinden. Das ist die Kunst.

  2. Manu sagt:

    Absolut. Jeder muss seinen Style und Weg finden …. das ist eine Aufgabe. Aber es ist ein Irrglaube, dass gutes Geld nur mit schwerer Arbeit verdient werden kann. Wenn wir in erster Linie unserer Seele dienen und das tun, was uns gut tut, tun sich neue Quellen auf. 🙂

  3. Andrea Schüler sagt:

    Geld ist wirklich nicht alles, aber es beruhigt. Jedoch was du so schreibst über das Nachdenken, was ich gerne machen würde, fällt mir einiges ein. Mit diesen Vorstellungen geht man bestimmt leichter in den Arbeitstag. Ich werde es probieren.

    1. Manu sagt:

      Das freut mich 🙂 Manchmal nerven einen wirklich nur Alltäglichkeiten und man vergisst darüber hinaus, wie gerne man seinen Job macht. Es ist gut, sich dies immer mal wieder bewusst zu machen oder neu zu entscheiden 🙂

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